Grenzbezüge
Alleinsein – Gemeinschaft
Julie entscheidet sich nach ihrem Unfall bewusst für das Alleinsein. Sie verlässt das Gut, auf dem sie mit ihrer Familie gelebt hat und zieht allein in eine kleine Wohnung mitten in der Stadt, in der niemand sie kennt. Mit den Nachbarn redet sie zunächst nur das Nötigste, ebenso wie mit dem Vermieter. Sie sagt selbst, sie will zu niemandem mehr eine Bindung aufbauen, da man dadurch nur enttäuscht werde.
Doch im Laufe der Zeit nimmt der Kontakt zu anderen zu. Olivier sucht und findet sie und sie unterhält sich mit ihm. Der erneute Rückzug in ihr Innerstes gelingt ihr nicht wirklich, sie kommt mit ihrer Nachbarin immer wieder ins Gespräch und auch wenn sie sich nicht als solche bezeichnen, entsteht zwischen ihnen eine Art von Freundschaft.
Allmählich findet Julie zurück in die Gemeinschaft, die sie ja freiwillig verlassen hat und überschreitet die Grenze des Alleinseins.
Leben – am Leben sein
Julie lebt ein erfülltes Leben mit ihrem Mann und ihrer Tochter Anna. Sie lachen zusammen und erzählen sich Witze.
Doch als sie als einzige den Autounfall überlebt, zieht sie sich völlig zurück und trifft die bewusste Entscheidung, zu niemandem mehr eine Bindung aufzubauen. Sich selbst redet sie ein, es sei Selbstschutz. Dadurch lebt sie ein Leben ohne Freude und ohne Ziel. Die Grenze von Leben wird überschritten, sie ist nur noch am Leben, doch lebt sie ihr Leben nicht wirklich.
Erst als andere beginnen, Kontakt zu ihr aufzunehmen und sie in ihr Leben zu integrieren, nimmt auch Juliette langsam ihr Leben wieder auf, sie lebt für ein Ziel und bewusst.
Verdrängung – Verarbeitung
Juliette verarbeitet ihre Erinnerungen nicht und integriert sie so in ihr Leben, sondern sie verdrängt ihr komplettes Leben mit ihrer Familie. Erinnerungen lässt sie so gut wie keine zu. So wird sie ein völlig anderer Mensch, was die Journalistin ihr deutlich macht, als sie anmerkt: „Früher waren sie bei weitem angenehmer“.
Erst, als ihr durch Zufall die Vergangenheit vorgeführt wird, beginnt sie, sich mit ihrem Leben auseinanderzusetzen. Sie überschreitet die Grenze und beginnt, das Vorgefallene zu verarbeiten. Zunächst allein, dann mit Hilfe von Olivier.