Zusammenführung

 Krzysztof  Kieślowski setzt seine Protagonisten Extremsituationen aus, um aufzuzeigen, wie Grenzsituationen individuell bewältigt werden können”

 Drei Farben: Blau, Weiß, Rot – die Farben der französischen Tricolore stehend für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, und somit drei grandiose Filme zu den Idealen der Französischen Revolution.

Krzysztof Kieslowski: „Wir haben versucht zu zeigen, was die drei historischen Begriffe heute für uns bedeuten. Für uns, die wir die Freiheit schon haben, gleich sind und in der Brüderlichkeit ein gemeinsames Ideal sehen.“

„Drei Farben“ war eine zeitliche und organisatorische Meisterleistung, da alle drei Filme in nur 9 Monaten gedreht und fertig gestellt wurden.
Alle drei Filme wurden nicht nur nahezu zeitgleich gedreht, sondern spielen auch in der gleichen Zeit an verschiedenen Orten.

Die Hauptpersonen der drei Filme sind, so zeigt das Ende des dritten Teils, zugleich Überlebende eines Fährunglücks.

 

Die Filme „Blau“ und „Weiß“ werden durch eine Signifikante Gerichtsszene miteinander verbunden: Julie betritt versehentlich einen Gerichtssaal, in dem gerade eine Verhandlung aus  dem Film „Weiß“ stattfindet, man kann kurz in den Saal hineinblicken und den Hauptdarsteller aus „Weiß“ sehen, welcher gerade die Frage stellt: „Wo bleibt da die Gleichheit?“. In „Weiß“ ist diese Szene aus der Perspektive des Verhandlungssaales dargestellt, man sieht also die „fremde“ Darstellerin, die zur Tür hereinschaut.

Eine Verbindung aller Filme stellt die alte Frau am Flaschencontainer dar. Man sieht sie in „Blau“ und „Weiß“ wie sie versucht ihre Flaschen in den Container zu werfen, wobei ihr niemand hilft. Erst in „Rot“ hilft ihr Valentine, nachdem sie es geschafft hat den Begriff der Brüderlichkeit auszuleben.

 

Auch die Anfangsszenen der Filme ähneln sich stark. Der erste Film beginnt unter einem Auto, der zweite mit den Koffern auf dem Fließband am Flughafen, und der dritte mit der Kamera, die Telefonleitungen folgt.  Krzysztof Kieslowski :“Für uns ging es hier um die Tatsache,  dass wir jeden Tag verschiedene Sachen benutzen, ohne uns bewusst zu werden, wie kompliziert und, im Prinzip, gefährlich diese Sachen sind. Das trifft auf jeden dieser Anfänge zu, auf alle drei.“autoreifen

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Biografie Krzysztof  Kieślowskikieslowski1

Kieślowski wurde in Warschau 1941 geboren und wuchs in mehreren kleinen Städten auf.  1957  begann er ein Studium an der Hochschule für Theaterwissenschaften Er entschied sich dafür, Theaterregisseur zu werden, aber damals gab es keine spezielle Ausbildung für Regisseure, also studierte er zunächst Film.

Nachdem er das College verlassen und einige Zeit als Kostümschneider im Theater gearbeitet hatte, meldete Kieslowski sich an der nationalen Filmhochschule in Lodz an, wurde jedoch zweimal abgelehnt. Um seine nahende Wehrpflicht zu umgehen, begann er kurzfristig ein Kunststudium. Nachdem er einige Monate die Einberufung erfolgreich umgangen hatte, wurde er im dritten Versuch endlich an der Lodzer Filmschule aufgenommen.

Er besuchte diese Schule von 1964 bis 1968, in einer Zeit, in welcher die Regierung ein hohes Maß an künstlerischer Freiheit an der Schule zuließ. Kieslowski verlor dann aber schnell sein Interesse am Theater und entschied sich dafür, Dokumentationen und später Filme  zu drehen.

Seine unter anderem wichtigsten Werke:

Ein kurzer Film über das Töten (1988)

Ein kurzer Film über die Liebe (1988)

Dekalog (1989)                                   

Die zwei Leben der Veronika (1991)

Die Drei Farben : Blau (1993)

Die Drei Farben :Weiß (1994)

Die Drei Farben :Rot (1994)

 

Krzysztof Kieślowski starb 1996 während einer Herzoperation und einem darauffolgenden Herzinfarkt. Er wurde auf dem Powązki Friedhof in Warschau begraben.